Dunedin-Studie: Cannabis ist sicher für Erwachsene

Ende August berichteten deutsche Massenmedien von einer Studie, die von einer internationalen Forschergruppe in Neuseeland durchgeführt worden war. Die Forscher hatten 1.037 Einwohner der Stadt Dunedin von der Geburt bis zum 38. Lebensjahr begleitet und herausgefunden, dass der Beginn eines starken Cannabiskonsums vor dem 18. Lebensjahr (welcher danach 10-20 Jahre lang fortgesetzt wird) mit einer reduzierten Intelligenz im späteren Leben verbunden ist. Begann der Konsum jedoch erst nach dem 18. Lebensjahr, wurde die Intelligenz nicht beeinflusst. Von dieser Tatsache war in den deutschen Presseberichten jedoch nichts zu lesen – in den meisten Fällen wurde die sinnentstellende Nachricht der deutschen Presseagentur unter der Überschrift “Kiffen macht dumm” abgedruckt. Auch viele TV-Sender erhoben diese Überschrift zur Nachricht und verfälschten so durch Verallgemeinerung den tatsächlichen Inhalt. Daraufhin verschickte der ACM eine eigene Pressemitteilung und stellte darin einmal die gute Nachricht der Studie heraus: Regelmäßiger Cannabiskonsum bei Erwachsenen beeinträchtigt weder die Konzentrationsfähigkeit noch die geistige Leistungsfähigkeit. Eine Abnahme der Intelligenz tritt nur dann ein, wenn bereits vor dem 18. Lebensjahr eine Abhängigkeit bestand. Beginnt der Konsum erst nach dem 18. Lebensjahr, so hat dieser (selbst bei einer starken Nutzung von Cannabis) keine negativen Auswirkungen auf Intelligenz, Konzentrationsfähigkeit und Gedächtnis.

Dieses Ergebnis hat auch weitreichende Folgen für den Einsatz von Cannabis als Medizin, denn so kann die therapeutische Verwendung von Cannabis erstmals als “sicher” bezeichnet werden. “Das Ergebnis ist eine gute Nachricht für alle Patienten, die Medikamente auf Cannabisbasis verwenden”, erklärte Dr. Franjo Grotenhermen, und: “Eine mäßig starke Cannabisverwendung wie beim medizinischen Einsatz sowie die Verwendung der Droge durch Erwachsene geht nicht mit messbaren Beeinträchtigungen einher.”

Gleichzeitig kritisierte Grotenhermen die stark verkürzte Wiedergabe der Studienergebnisse in den Medien. “Die Überschrift ‚Kiffen macht dumm” entspricht nicht dem, was die Wissenschaftler über Jahre hinweg herausfanden und lässt die positiven Aspekte der Ergebnisse völlig außen vor.”

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