Dronabinol verdampfen

Österreichische CannabispatientInnen schielen seit Jahren neidisch nach Deutschland, wo mittlerweile schon fast 1.000 Personen eine Einzelgenehmigung zum Erwerb oder jüngst sogar zum Eigenanbau von natürlichem Cannabis erhielten. Doch im Gegensatz zu ihren deutschen LeidensgenossInnen können ÖsterreicherInnen davon einstweilen nur träumen, ihre Schmerzen mit natürlichen Hanfblüten behandeln zu können.

Ihnen steht als einzige Lösung die magistrale Zubereitung Dronabinol zur Verfügung, ein synthetisches Cannabisextrakt mit einem Reinheitsgrad von 85 Prozent.

Dronabinol5vH - 1Die hohen Kosten von 600 Euro je Gramm Reinsubstanz Tetrahydrocannabinol (THC) – rund zehnmal so viel wie am Schwarzmarkt für dieselbe Menge – zwingen PatientInnen jedoch dazu, sparsam mit den kostbaren Tropfen umzugehen.

Für diese PatientInnen ist besonders die möglichst verlustfreie Aufnahme von THC wichtig. Es gibt deutliche Unterschiede, je nachdem, wie Dronabinol vom Körper absorbiert wird. Bei oraler Einnahme der Lösung mit (meistens Sesam-) Öl oder 96-prozentigem Alkohol verstoffwechselt der Körper jedoch nur etwa 40 Prozent des eingenommen THC.

Deutlich besser sieht die Bilanz beim Verdampfen oder Rauchen von Dronabinol aus, wobei der Körper bis zu 100 Prozent der Substanz absorbieren kann.

Während Joints mit eingetropftem Dronabinol vor allem den Vorteil der raschen Anflutung bieten, der besonders bei SchmerzpatientInnen gewünscht ist, bringt einen der erste Rauchversuch vor allem wegen des sehr eigenartigen, leicht metalligen und generell eher unangenehmen Geschmacks rasch wieder davon ab.

 

Verdampftes THC wird zu fast 100 Prozent vom Körper aufgenommen

Deutlich besser und effizienter ist die Verdampfung von Dronabinol in E-Zigaretten oder Verdampfern. Das so konsumierte THC-Extrakt wird praktisch zur Gänze vom Körper aufgenommen und bringt in vielen Fällen rasche Schmerzlinderung.

Mittlerweile gibt es am Markt unzählige Verdampfer, deren Flüssigkeitscontainer wiederbefüllt werden können. Doch Vorsicht: Reiner Alkohol ist dünnflüssiger als die meistens auf Glycerin basierenden Vapes, die es in unzähligen Geschmacksrichtungen mit oder ohne Nikotin gibt.

Damit das oben eingefüllte Dronabinol nicht gleich wieder unten durch die Dichtungen heraustropft, empfiehlt es sich, dem Extrakt mindestens 20 Prozent Glycerin – z. B. mit einer Cannabidiol-Vape-Flüssigkeit – beizumengen, damit das Konzentrat dickflüssig genug wird.

Mithilfe so einer selbstgemachten Mischung verwertet der Körper verdampftes THC nahezu komplett, wodurch Dronabinol-PatientInnen mit ihren Fläschchen aus der Apotheke oft doppelt so lange auskommen wie bei oraler Konsumption. Zugleich mildert die genannte Mischung mit CBD-Liquids auch die von vielen PatientInnen vor allem tagsüber als störend empfundene psychoaktive Wirkung des THC deutlich ab, sodass man uneingeschränkt allen Tätigkeiten schmerzfrei nachgehen kann.