Dänische Legalisierung im Kreuzfeuer

Obwohl der Magistrat der Stadt Kopenhagen den vom Oberbürgermeister abgefassten Plan für den versuchsweisen Betrieb von Cannabisläden unterstützt, wird er vom Justizminister und den Bürgermeistern der benachbarten Städte vehement angegriffen. Unterdessen steigt die Zahl derer, die für den Eigenbedarf zu Hause anbauen, steil an.

Kopenhagen liebäugelt seit Jahren mit dem Gedanken des legal erhältlichen Marihuanas – teilweise deshalb, weil es mit dem scharfen Vorgehen Anfang der 2000er Jahre gegen die Hippiekolonie Christiania nur erreicht hat, dass das dort umgesetzte Haschisch in die übrigen Stadtteile vordrang. Wenn aber 60 % der Bevölkerung mit dem gesetzlich geregelten Hanfhandel einverstanden sind, warum dann weiter die Taschen der organisierten Verbrecher vollstopfen? Aus diesem Grund empfahl die Führung der Stadt 2011 die versuchsweise Eröffnung von Geschäften, die mit Marihuana Handel treiben, für die Dauer von drei Jahren, um sich ein Bild von dem Effekt des legalen Hanfgeschäfts auf den Schwarzhandel und die Gewohnheiten der KonsumentInnen zu verschaffen, obwohl sich das Justizministerium der Idee verschloss.  Die Hauptstadt gab aber ihren unorthodoxen Freiheitskampf nicht auf und organisierte Anfang März eine Konferenz zur Diskussion der Details der Legalisierung. Den Bürgermeistern der umliegenden Gemeinden genügte schon die Nachricht von der Konferenz, um falsche Argumente ins Feld zu führen: “Das ist eine schlechte Nachricht an die Jungen und es steht zu befürchten, dass sie es für eine akzeptierte Einstellung halten werden”, lautete die Litanei. Dabei zogen sie nicht in Betracht, dass in Holland – obwohl es dort Coffeeshops gibt – nicht mehr Jugendliche kiffen als im europäischen Durchschnitt, und dass die Botschaft genau die wäre, dass erwachsene, verantwortungsbewusste Menschen ihren Bedarf auf legalem Wege befriedigen können sollen, und nicht auf dem Schwarzmarkt. Andere KonsumentInnen lässt der Streit kalt und sie bauen zu Hause Cannabis an, um ihren eigenen Bedarf zu decken. Nach den neuesten Untersuchungen wählen diesen Weg nicht nur Konsumenten, die es zur Entspannung nutzen, sondern auch solche, die seiner wegen ihres Gesundheitszustandes bedürfen. Nach der Untersuchung ist der Durchschnittszüchter ein Mann in einem Beschäftigungsverhältnis, der nicht mit dem Ziel des Handels, sondern ausschließlich zum Eigenbedarf Pflanzen zieht. Das könnte ebenfalls ein wichtiger Beitrag für diejenigen sein, die an eine legale Regelung denken.

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