D-A-CH News

Deutschland

Weiterhin kein Hanf aus deutscher Produktion

Der Anbau von Medizinalcannabis in Deutschland verzögert sich weiter. Nachdem 2017 das Cannabisgesetz verabschiedet wurde, sorgen Einsprüche, Regeländerungen und die Starrsinnigkeit der Behörden dafür, dass deutsche CannabispatientInnen wohl noch bis 2020 auf ihre erste Medizin aus heimischer Produktion warten müssen. Während einzelne Bundesländer entsprechende Anträge eingebracht haben, schaltet die deutsche Regierung weiterhin auf stur.

Das führt zu dauernden Engpässen in der Versorgung und auch zu mangelnder Auswahl. Die Wartezeiten für das natürliche Heilmittel liegen oft immer noch bei mehreren Wochen.

Steigender Umsatz mit Medizinalhanf

Deutsche Apotheken verzeichnen steigende Umsätzen mit Cannabisblüten. So wurden im dritten Quartal 2018 bereits Hanfblüten im Wert von über 17 Millionen Euro, also mehr als dreimal so viel wie im entsprechenden Vorjahreszeitraum, verkauft. Die PatientInnen sind dennoch unzufrieden, denn ihr Heilmittel ist sehr teuer. Cannabis aus der Apotheke kostet je nach Bundesland zwischen 22 und 25 Euro je Gramm und damit bis zu dreimal so viel wie auf dem Schwarzmarkt.

Polizei beschlagnahmt Nutzhanf in Berlin

Der zunehmende Verkauf von CBD-Hanf EU-legaler Sorten verschafft der Berliner Polizei zusätzliche – unnötige – Arbeit. Sie hat bereits in zwölf Spätis die Kreuzberger Ware beschlagnahmt und Strafermittlungsverfahren gegen die Verkäufer eingeleitet. Es geht um den Verdacht des Handels mit Betäubungsmitteln. Weitere Läden müssen mit solchen Maßnahmen rechnen. Die Shops sehen es einstweilen gelassen, da es sich um legale Produkte aus EU-Nutzhanfsorten handelt.

Der THC-Gehalt der Hanfblüten ist mit der gesetzlich vorgeschriebenen Obergrenze für Nutzhanf von 0,2 Prozent sehr gering, dafür enthalten die Blüten viel Cannabidiol (CBD). KonsumentInnen können beruhigt sein: Sie machen sich mit dem Erwerb und Konsum dieser Blüten nicht strafbar, da der THC-Gehalt unter dem EU-Grenzwert von 0,2 Prozent liegt.

Österreich

Hanfladenbesitzer verurteilt

Der Betreiber eines Hanffachgeschäfts in Tirol wurde im vergangenen Dezember zu zwei Jahren Haft verurteilt, obwohl der Verkauf von Stecklingen als Zierpflanzen in Österreich legal ist. Erst das Abernten von Cannabispflanzen zur Gewinnung von Suchtgift sei strafbar, erinnerte der Verteidiger an das geltende Gesetz. Und mit der Ernte habe sein Mandant ja nichts zu tun gehabt. Doch die Ermittlungen – einschließlich ausgewerteter SMS-Verkehr – zeigten eindeutig, dass dem Ladenbetreiber der spätere Verwendungszweck der rund fünf Zentimeter großen Pflanzen von Anfang an klar war – so das Landgericht. Es handelt sich dabei um die erste Verurteilung wegen Stecklingsverkauf in Österreich seit mehr als zwei Jahren, obwohl das Gesetz diesen seit mehr als zehn Jahren eindeutig regelt.

Schweiz

Legalisierung lässt auf sich warten

Der einstige Vorreiter in Europa (zu Beginn der 2000er Jahre), als man „Duftsäckli“ in Hunderten Schweizer Läden erwerben konnte, zögert nun neue Legalisierungsbemühungen hinaus.

Trotz eines entsprechenden Beschlusses des Bundesrats im Vorjahr, der Cannabis-Studien auf eine solide rechtliche Basis stellen sollte, tut sich seither nichts mehr.

Über 200.000 Schweizer konsumieren regelmäßig Cannabis, obwohl es verboten ist. Diese gesellschaftliche Realität müsse man akzeptieren, finden viele Suchtfachleute. Gleicher Meinung ist offenbar auch eine politische Mehrheit von links-grün bis zur FDP.

Es sei besser, den Cannabiskonsum zu regulieren, als ihn vergeblich zu verbieten, sagte stellvertretend der Zürcher Arzt und SP-Nationalrat Angelo Barrile. Sein Ziel sei es, dass die Gesundheit von CannabiskonsumentInnen profitiere. „Das heißt, dass sie weniger und möglichst nicht gesundheitsschädlich konsumieren.“

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