Colorado übertrifft sich selbst

Colorado übetrifft sich selbstNur schwer kann man bestreiten, dass die Legalisierung in Colorado von A bis Z eine Erfolgsgeschichte ist. Es ist gelungen, den Cannabishandel zu legalisieren und gleichzeitig die Zahl der Gras rauchenden Teenager, dem Trend der vergangenen Jahre folgend, weiter zu senken. Die Zahl der Gewaltverbrechen ging ebenfalls zurück, der Tourismus wuchs und die Steuereinnahmen übertrafen alle Erwartungen. Denkt man an die Kampagne von 2012 zurück, erinnert man sich vielleicht, dass der Plan Verbrauchssteuern von 15% auf der Großhandelsebene vorschrieb und die ersten eingenommenen 40 Millionen Dollar aus der Legalisierung in den Schulbaufonds fließen sollten, der Rest in den Staatssäckel. Nun betrugen die Einnahmen mehr als 50 Millionen Dollar und nach der Erfüllung seiner Verpflichtungen sieht sich der Staat mit einem unerwarteten Dilemma konfrontiert. Die Verfassung von Colorado legt nämlich fest, dass den Bürger/innen eine Rückerstattung zusteht, wenn die Einnahmen ein gewisses Maß übersteigen. Die Steuereinnahmen aus dem Cannabishandel haben diese Summe bereits überschritten, sodass die Bürger/innen von Colorado berechtigt sind, an den hohen Steuereinnahmen zu partizipieren. Die Parteien sind allerdings anderer Meinung – weder die Demokraten noch die Republikaner wollen der Bevölkerung einen Cent zukommen lassen. „Ich glaube, am besten würden wir das Geld aus dem Marihuana für etwas verwenden, das die Bürger wollen“, sagte zu diesem Thema der Senatspräsident der Republikaner, Bill Cadman, der von dem berechtigten Anliegen der Wähler/innen, die das Geld am Liebsten in der eigenen Tasche hätten, nichts hören will. Stattdessen müssen die Bürger/innen von Colorado nun entscheiden, ob mit ihren Steuergeldern ein Vorbeugungsprogramm organisiert oder es für die Fortbildung der Polizei verwendet werden soll. Ein schwacher Trost, dass sie ihre Empörung wenigstens legal mit einer frei gewählten Ganjasorte lindern können.