Chronische Belohnung Aug26

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Chronische Belohnung

Eine aktuelle Untersuchung registrierte bei chronischen Langzeit-CannabiskonsumentInnen größere Aktivitäten im Belohnungszentrum des Gehirns, wenn es äußere Reize erhält, die in Verbindung mit Cannabis stehen. Für die Studie der University of Texas wurden die Gehirnaktivitäten von ProbandInnen mit MRI-Untersuchungen gemessen. Dabei wurden 59 Erwachsene, die chronisch, d.h. seit durchschnittlich zwölf Jahren täglich Cannabis konsumieren, und 70 NichtkonsumentInnen gebeten, den Anreiz zum Cannabisgebrauch zu bewerten, nachdem man ihnen Bilder gezeigt hatte, die in Verbindung mit dem Cannabisgebrauch stehen: eine Pfeife, eine Bong oder ein Blunt. Im Anschluss wurden sie gebeten, ein Bild von ihrem Lieblingsobst auszuwählen. Dabei wurde die Wirkung der Bilder auf die Aktivitäten in der Gehirnregion, die für Belohnung zuständig ist, gemessen. Das Belohnungszentrum der chronischen CannabiskonsumentInnen zeigte bei den Bildern mit Cannabiszubehör größere Aktivität.

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„Obwohl die Studie nicht eindeutig den ursächlichen Zusammenhang belegt, deutet die Parallelität von Nervenreaktionen und dem angezeigten THC-Spiegel darauf hin, dass die in dem Belohnungszentrum entstandenen Veränderungen zum Teil mit dem Cannabiskonsum zusammenhängen“, so die Zusammenfassung des Forscherteams. Nichts Neues unter der Sonne – Cannabis als Genussmittel verändert das Belohnungszentrum. Cannabisabhängigkeit aber, ähnlich wie die Glücksspielsucht, ist ein bekanntes Phänomen. Und sie kann wirklich zu einem sozialen Problem werden. Neben den Untersuchungen, die seine schädlichen Wirkungen attestieren, käme es nun darauf an herauszufinden, wie Cannabis etwa bei Medikamenten- und Alkoholabhängigkeit helfen kann. Anzumerken bleibt, dass Cannabis über kein besonders großes Suchtpotenzial verfügt, insgesamt werden ungefähr 9 Prozent der KonsumentInnen abhängig. Damit steht es auf einer Stufe mit dem Kaffee und liegt weit hinter Alkohol (15%) und Nikotin (32%).