CDU-Vertreter für Legalisierung

CDU-Vertreter für LegalisierungZurzeit bewegt sich was im deutschsprachigen Raum. Immer mehr Funktionäre und Politiker sprechen sich für eine kontrollierte Abgabe von Cannabis und Cannabisprodukten an Erwachsene aus. Die einen sprechen von Freigabe, die anderen von Legalisierung – und es kommen alle möglichen Vorschläge: Man könne Coffeeshop-ähnliche Abgabestellen einrichten, so seit Längerem gefordert für den Berliner Bezirk Kreuzberg-Friedrichshain. Oder: Man solle sich überlegen, ob nicht Modellprojekte für Cannabis Social Clubs oder Patientenvereinigungen eine Lösung wären, die Cannabispflanze wieder „zurück in die Gesellschaft“ zu holen. In der Schweiz diskutieren Politiker der großen Städte seit gefühlten Ewigkeiten über diese Option. Jetzt aber dürfen die Deutschen erstaunt sein. Hatten sich bisher hin und wieder lediglich Vertreter der Grünen, der Piraten und der SPD für eine kontrollierte Hanfabgabe ausgesprochen, so ist neuerdings auch aus den Reihen der stockkonservativen Parteien Ähnliches zu hören. Wie Medien berichteten, zum Beispiel die Wochenzeitschrift Die Zeit, findet der wirtschaftspolitische Sprecher von CDU und CSU, Joachim Pfeiffer, es sei an der Zeit, Cannabis für Erwachsene zu regulieren und somit freizugeben. Pfeiffer sieht dabei – ganz in der von ihm als wirtschaftspolitischem Sprecher erwarteten Manier – insbesondere die finanziellen Vorteile einer Entkriminalisierung von Cannabisbesitz und -besitzern. So erklärt er in der Zeit, dass pro Jahr bis zu zwei Milliarden Euro für die Umsetzung des Cannabisverbots ausgegeben würden. Geld, das Deutschland zweifelsohne besser verwenden könne. Darüber hinaus könnten Unsummen eingespart werden, die jetzt für die Repression aufgewendet werden. Deshalb fordert Pfeiffer zusammen mit seinem Kollegen Dieter Janecek (Die Grünen) jetzt eine teilweise Legalisierung des Hanfs – und erntet damit massive Kritik aus der eigenen Partei. Dennoch: Das ist immerhin ein Anfang. Und zwar einer, der hoffen lässt.