CBD-reiche Hopfensorten

Aufgrund seiner positiven medizinischen Wirkungen erhielt das Cannabidiol (CBD) in den vergangenen Jahrzehnten zweifellos die größte Aufmerksamkeit. Problematisch ist nur, dass der CBD-Gehalt der meisten Cannabissorten im Gegensatz zu dem des THC gewöhnlich niedrig ist. Eine Firma eröffnete nun diesbezüglich einen neuen Weg – mit der Verwendung von Hopfen. Es ist wenig bekannt, dass Cannabinoide auch in anderen Pflanzen vorkommen – so auch im Hopfen, einem nahen Verwandten des Hanfs. Die Blütenstände des Hopfens ähneln in ihrem Aufbau der Hanfblüte, zudem konzentrieren sich in ihnen auch die Wirkstoffe. Die kalifornische Firma Isodiol experimentiert schon seit Jahren mit der Veredelung CBD-reichen Hopfens; nun wurden ihre Bemühungen schließlich von Erfolg gekrönt. Laut Angaben der Firma seien sie die Ersten, die in einer anderen Pflanze als Hanf einen hohen CBD-Gehalt erreicht haben. Den Veränderungsprozess wolle man vorläufig nicht der Öffentlichkeit preisgeben, es sei aber gelungen, zwei Sorten zu züchten, die eine hohe Menge an CBD produzierten. Es sei bei der Extraktion und Reinigung gelungen, die Bioaktivität des CBD zu bewahren, daher seien die aus ihnen hergestellten Produkte möglicherweise noch wirkungsvoller als jene aus Cannabis. Zum Beispiel würde eine ihrer CBD-Tabletten aus Hopfen nicht im Magen, sondern erst im Darm absorbiert und könnte daher eine gezielte Wirkung bei der Behandlung von Darmerkrankungen ausüben.

CBD-reiche Hopfensorten könnten den Markt der Cannabidiolprodukte grundsätzlich verändern, denn Hopfen gedeiht, ähnlich wie Cannabis, in den meisten Klimazonen, zudem ist er überall legal und keinerlei Vorurteilen unterworfen. Auch PatientInnen, die Cannabis ablehnend gegenüberstehen, könnte damit eine neue Möglichkeit geboten werden, da Hopfen eine cannabisfreie Quelle für Cannabidiol erschließt. Leckermäuler können sich schon auf CBD-reiches Bier freuen …