CBD gegen Heroinabhängigkeit

In den Vereinigten Staaten werden wegen der grassierenden Opioidepidemie verzweifelte Versuche unternommen, Menschenleben zu retten. Einer neuen Untersuchung zufolge kann Cannabis bei Therapien die Opioide zwar nicht ersetzen, der enthaltene Wirkstoff CBD ist allerdings in der Lage, die Entzugserscheinungen nach einer Abhängigkeit von Heroin und anderen Opioiden zu lindern. Gegenwärtig werden Opioidabhängige meist im physischen Entzug mit Methadon und Buprenorphin behandelt. Diese Mittel sprechen die gleichen Rezeptoren im Gehirn an wie das Heroin, daher spricht man von Substitutionstherapie. Dies bedeutet, dass die Abhängigkeit nicht endet, sondern lediglich die Risiken verringert werden. Da diese Ersatzstoffe aber auch in einer Überdosis konsumiert werden können, ist ihre Anwendung keine endgültige Lösung. CBD dämpft jedoch nicht nur die Sucht und Beklemmungen, sondern reduziert auch den Pegel der Stresshormone und beruhigt den Puls, berichtet eine Untersuchung, die im Mai vom American Journal of Psychiatry veröffentlicht wurde. Yasmin Hurd und ihre MitarbeiterInnen hatten eine Studie an 42 zufällig ausgewählten abstinenten Heroinabhängigen durchgeführt. Die TeilnehmerInnen wurden in drei Gruppen aufgeteilt: Die erste bekam 400 mg, die zweite 800 mg CBD in unterschiedlichen Zeitabständen, die dritte Gruppe erhielt Placebos. Bei den mit CBD behandelten Versuchspersonen zeigten sich geringere Angststörungen und ein geringeres Verlangen nach Heroin. In ihrem Speichel ließ sich ein geringerer Gehalt von Cortisol, das als Stresshormon bekannt ist, nachweisen und auch ihr Puls war niedriger. Die Wirkung hielt auch eine Woche nach der letzten Dosis noch an, als CBD im Organismus nicht mehr nachweisbar war. Obwohl die Ergebnisse sehr vielversprechend sind, ist es wichtig anzumerken, dass die Untersuchung mit einer nur kleinen TeilnehmerInnenzahl durchgeführt wurde. Zudem wurde das Experiment mit einer ausgesprochen hohen CBD-Dosis durchgeführt, doch schließen die ForscherInnen nicht aus, dass auch geringere Dosen wirksam sein können. Spätere Untersuchungen werden darüber sicherlich Aufschluss geben.

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