Cannabis wird auch bei Österreichs Grünen wieder en vogue

Durch Österreich wehen immer stärkere Hanf-Wolken. Doch während entsprechende Parteibeschlüsse der Basis bei den Parlaments-Newcomern, den Neos, und der Kanzlerpartei SPÖ nach Machtworten der Parteichefs wieder auf Sparflamme gestellt wurden, machen Österreichs Grüne Druck und wollen endlich wissen, auf welcher Basis Cannabis in Österreich verboten bleibt.

Cannabis wird auch bei Österreichs Grünen wieder en vogue

In parlamentarischen Anfragen an insgesamt fünf Bundesministerien, die auf Vorlagen der ARGE CANNA und der AG Suchtmittel basieren, will Grünen-Gesundheitssprecherin Eva Mückstein Auskunft, warum Österreich keine Schritte zur Legalisierung von Cannabis für bedürftige Patient/innen unternimmt, obwohl Bezieher des teuren synthetischen THC-Extrakts einhellig erklären, dass natürliches Cannabis zur Behandlung ihrer Leiden besser helfe und nur einen Bruchteil des Monosubstanzpräparats Dronabinol aus der Apotheke koste.

Dr. Eva MücksteinIn der Anfrage an das Justizministerium wird unter anderem Auskunft verlangt, ob Minister Wolfgang Brandstetter Gesetzesänderungen plant, damit kranke Menschen, die sich synthetische Cannabis-Medikamente nicht leisten können, bzw. alle Inhaltsstoffe der Cannabispflanze nutzen wollen, straffrei natürliches Cannabis erwerben, anbauen und konsumieren können.

In der Anfrage an das Innenministerium wollen die Cannabis-Aktivisten Aufklärung darüber, ob beschlagnahmtes Cannabis auf Schädlichkeit durch Streckmittel (Blei, Glassplitter) geprüft wird, und wenn ja, wie oft derartige Proben in Österreich vorkommen.

Insgesamt zweiundzwanzig Fragen wurden an das Gesundheitsministerium gestellt. Die wichtigste Frage an Gesundheitsministerin Sabine Oberhause ist dabei die letzte: „Welche konkreten Maßnahmen werden Sie ergreifen, um die Situation von Menschen zu verbessern, denen Cannabis als Medizin hilft oder helfen würde?“

Die Anfrage an das Wissenschaftsministerium dreht sich vor allem darum, welche Schritte Österreich in der Cannabis-forschung unternimmt.

In der Anfrage an das Landwirtschaftsministerium wird primär um Auskunft über die Tätigkeit der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) gebeten.

Die Ministerien müssen diese Anfragen nun bis 3. Januar 2015 beantworten. Die Antworten werden vor allem deshalb mit Spannung erwartet, weil insbesondere Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser – allen Fakten zuwider – Cannabis weiterhin als Suchtgift einstuft und auch der Justizminister anklingen ließ, dass die Legalisierung keine Priorität habe.

Text: Hanf-Institut