Cannabis nur zusammen mit Tabak schädlich

Der Konsum von Cannabis wurde in der Vergangenheit in manchen Studien mit schädlichen Plaques, also Ablagerungen in den Herzarterien, in Verbindung gebracht. In einer Langzeitstudie der Universität Bern konnte nun nachgewiesen werden, dass nicht der Konsum des Cannabis selbst, sondern viel eher der Tabakrauch der Hauptauslöser dafür ist.

Regelmäßiges Rauchen von Cannabis ist also nur dann schädlich für die Herzarterien, wenn das Cannabis zusammen mit Tabak konsumiert wird. „Unsere Studie bestätigt die starke und konsistente Verbindung zwischen Tabakkonsum und der Bildung von Plaques“, so Prof. Reto Auer vom Institut für Hausarztmedizin der Universität Bern. „Cannabiskonsumentinnen und -konsumenten rauchen viel Tabak und erhöhen dadurch ihr Risiko für Herzinfarkte“, führt Auer weiter aus. Dass der Tabakrauch zu einer Verkalkung der Arterien führt, ist hinlänglich bekannt. Bisher noch nicht untersucht wurde jedoch, ob der Cannabiskonsum dieselbe Wirkung hat.

Für die Studie wurden Daten aus der Langzeitstudie CARDIA verwendet, die seit 1985 die Entwicklung von Arterienverkalkung und deren Risikofaktoren bei jungen Erwachsenen untersucht. Die Studie mit über 5.000 TeilnehmerInnen wurde in den USA durchgeführt, wo der Konsum von Cannabis deutlich anders als in Europa stattfinde. „In den USA rauchen viele nur Cannabis, ohne Tabak. Bei den Teilnehmern der Studie waren es 50 Prozent, die keinen Tabak und nur Cannabis rauchten.“ Fraglich ist, ob es in Europa überhaupt eine signifikante Anzahl an CannabiskonsumentInnen gibt, die das Gras nicht mit Tabak mischen.

In der Auswertung der Daten gab es einen starken Zusammenhang zwischen der Tabakrauchexposition in der Vergangenheit und der Plaquebildung in den Herz- und Baucharterien. Bei denjenigen CannabiskonsumentInnen, die nie Tabak geraucht hatten, war dieser Zusammenhang nicht nachweisbar.