Cannabis – das bevorzugte Schmerzmittel

In zivilisierten Gesellschaften hat jeder das Recht seine Schmerzen zu lindern, wenngleich das Mittel dazu umstritten ist. Bei chronischen Schmerzen verschreiben die Ärzte regelmäßig Medikamente mit Opiatgehalt, aber auch die Anwendung von Cannabis ist verbreitet. Diejenigen, die beide Heilmethoden ausprobiert haben, halten Cannabis für haushoch überlegen.

ForscherInnen der University of California und der Kent State University erstellten eine Erhebung unter etwa 3.000 MedizinalcannabispatientInnen, in der die Wirkung von Opiaten (rezeptpflichtigen Schmerzmitteln, Morphium und Heroin) und Cannabisschmerzmitteln subjektiv verglichen wurden. Ausgangspunkt war die Tatsache, dass in den US-Bundesstaaten, die medizinisches Marihuana genehmigt haben, immer mehr Menschen bei der Behandlung von Schmerzen von Opiaten auf Cannabis umgestiegen sind. In der Folge gingen die Todesfälle durch Opiatüberdosierungen beträchtlich zurück. In den Vereinigten Staaten verloren 2015 etwa 33.000 Menschen ihr Leben durch den Gebrauch von Opiaten, und diese Zahl steigt jährlich. Grund genug, eine weniger riskante Methode zur Schmerzstillung zu suchen. Die Untersuchungsergebnisse sprechen für sich. 61 Prozent der PatientInnen hatten in den sechs Monaten vor der Untersuchung Opiate zusammen mit Cannabis genommen. 97 Prozent von ihnen stimmten zu, dass die Anwendung von Cannabis die benötigte Menge von Opiaten verringere. 89 Prozent von ihnen erklärten, dass die Opiate unangenehme Nebenwirkungen auslösten, beispielsweise Verstopfung und Brechreiz. 92 Prozent gaben an, dass mit der Anwendung von Cannabis die Nebenwirkungen erträglicher wurden, 81 Prozent sagten aus, dass Cannabis allein genommen Schmerzen wirkungsvoller stille als in Kombination mit Opiaten. Kein Wunder also, dass 92 Prozent der Befragten Cannabis den Opiaten als schmerzstillendes Mittel vorziehen. Diese Entscheidung ist aus medizinischer Sicht absolut zu unterstützen, denn Opiate können schwere Abhängigkeiten verursachen und in toleranzbedingten erhöhten Dosen sogar den Tod zur Folge haben. Die Potenz einer Cannabisabhängigkeit ist dagegen viel geringer und eine Überdosierung führt nicht zum Tod. Die ForscherInnen formulierten knapp, dass „in einer Gesellschaft mit weniger Opiatabhängigen die Schädigungen für die allgemeine Gesundheit viel geringer sind“. Sie befürworteten weitere Untersuchungen zum Thema, da die gegenwärtige Studie auf subjektiven Einlassungen der PatientInnen basiere und auch die angewandte Menge nicht angegeben worden sei. Trotzdem zeichnet sich eine deutliche Tendenz hin zu Schmerzstillung mit Cannabis ab und in näherer Zukunft wird diese in immer mehr Ländern den Vorrang vor Opiaten bekommen.