Cannabis bei obstruktiver Schlafapnoe

Wer unter obstruktiver Schlafapnoe leidet, bei dem kollabiert, ohne dass es bemerkt wird, während des Schlafes die Rachenmuskulatur – die Atemluft gelangt nicht mehr in die Lungen, die Atmung setzt aus und der Schlaf wird unterbrochen. Dieser Kollaps der oberen Atemwege kann auf verringerte Muskelaktivität, vermehrtes Gewebe im Bereich der Atemwege oder andere anatomische Gegebenheiten zurückzuführen sein und führt zu einer deutlich verminderten Atmung (Hypopnoe) oder einem kompletten Ausfall der Atmung (Apnoe).

Dronabinol

Das Pharmaunternehmen RespireRx berichtet nun von positiven Resultaten einer neuen Studie (Phase 2B) – die Ergebnisse könnten in der Zukunft die Standardtherapie mittels CPAP (kontinuierlicher positiver Atemwegsdruck) obsolet machen. Im Zuge der PACE-Studie (Pharmacotherapy of Apnea by Cannabimimetic Enhancement) wurde die Wirksamkeit von THC (Dronabinol) bei obstruktiver Schlafapnoe untersucht. Die Studie, durchgeführt von Dr. David Carley und KollegInnen der Universität von Illinois, demonstriert deutlich, dass THC die Hauptmarker der Schlafapnoe – den AHI (Apnea Hypopnea Index – dieser Wert gibt Auskunft über die Häufigkeit von abnormalem Atemverhalten) und die Tagesmüdigkeit (ESS, Epworth Sleepiness Scale) – signifikant senkt.

Behandlungen mit je 2,5 bzw. 10 mg THC abends reduzierten den AHI bei 56 PatientInnen mit mittel- bis hochgradiger Schlafapnoe. Von den ProbandInnen erhielten 17 einen Placebo, 19 erhielten 2,5 mg THC und 20 erhielten eine 10-mg-Dosis THC. Bei beiden Gruppen, die THC erhielten, konnte der AHI-Wert signifikant gesenkt werden. Zusätzlich konnte bei der Gruppe mit 10 mg THC Tagesdosis auch die Tagesmüdigkeit erheblich reduziert werden.