„Breiter kommen wir weiter!“ Die 21. Hanfparade 2017

Seit 1997 findet die Hanfparade jedes Jahr in Berlin statt, sie ist die traditionsreichste und größte Legalisierungsdemonstration Deutschlands. 2016 nahmen 12.500 Personen an der Hanfparade teil, dazu kamen Hunderttausende an Laufpublikum. Die Demonstration für die Legalisierung der Hanfpflanze ist auch immer ein sehr medienwirksames Spektakel. Die nächste Hanfparade ist für Samstag, den 12. August 2017 angemeldet.

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Rückblick 2016

Am 13.8.2016 feierte die Hanfparade ihr 20-jähriges Jubiläum. Im Herzen Berlins demonstrierten 12.500 Menschen mit uns für die Legalisierung von Cannabis als Genussmittel, Medizin und umweltfreundlichen Rohstoff.

Dabei ermöglichten viele freiwillige HelferInnen wieder einen reibungslosen Ablauf. Die Berichterstattung zahlreicher öffentlicher und privater Medien zeichnete ein durchweg positives Bild der Veranstaltung, diverse nationale und internationale Blogger informierten ebenfalls über unseren Geburtstag. Politiker der Parteien Die Linke, Bündnis 90/Die Grünen, Piratenpartei und SPD, AktivistInnen aus der Szene und mehrere NGOs nutzten die Gelegenheit, um auf ihre Arbeit und die Folgen des anhaltenden Cannabisverbots aufmerksam zu machen.

Um 13 Uhr stieg Steffen Geyer auf den Hanfparade-Wagen und eröffnete mit einer gewohnt flammenden Rede die Veranstaltung. Es folgte Mariana Pinzón, die auf die Berliner Abgeordnetenhauswahl hinwies und deutlich machte, aus welcher Richtung der politische Gegenwind kommt. Georg Wurth vertrat den Deutschen Hanfverband (DHV) und Jessica Zinn (Piraten) forderte die Wiederbeantragung des Modellprojekts für eine Cannabisabgabestelle sowie vernünftige Vorschläge für die Regulierung. Traumatherapeutin Annette Hofmann sprach über ihre Arbeit und ihre Erfahrungen mit Cannabis. Und schon fast zur Tradition geworden – der Redebeitrag von Christian Ströbele (Grüne), der unter lautem Jubel von der bröckelnden Front der CannabisverbieterInnen in Deutschland, Europa, Nord- und Südamerika berichtete.

Kurz vor Schluss erfolgte dann die feierliche Verabschiedung von Steffen Geyer aus dem Team der Hanfparade. Er erhielt das goldene Hanfblatt als Dank für 15 Jahre Engagement für die Hanfparade. Den krönenden Abschluss bereitete Eko Fresh mit feinsten Hip-Hop-Beats.

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Vorschau 2017

In den letzten Jahren konnten wir ein stetig steigendes Interesse an der Pflanze Hanf mit all ihren Facetten wahrnehmen. Das macht sich unter anderem bei den Besucherzahlen der Hanfparade, aber auch durch eine breitere und aufgeschlossenere Berichterstattung bemerkbar. Diesen Aufwärtstrend wollen wir fortsetzen. Helfen soll uns dabei wieder ein abwechslungsreiches Bühnenprogramm.

 

Möglichkeiten sich einzubringen

Auf der Hanfparade ist euer Einsatz gefragt. Es wird wie jedes Jahr Helping-Hands-Treffen geben, diese werden rechtzeitig bekanntgegeben. Anhand eurer Rückmeldungen auf das Helping-Hand-Formular werden wir einen Schichtplan entwerfen, der hoffentlich bis zur Hanfparade vervollständigt werden wird.

Wir brauchen noch viel mehr Helping Hands, daher unsere Bitte: Ladet eure Freunde in die Facebook Gruppe ein, bittet sie, gleich das Formular auszufüllen, oder bringt sie einfach dienstags mit ins Museum oder am Mittwoch vor der Hanfparade zum Helping-Hands-Treffen. Jede Hilfe wird gebraucht!

Wenn ihr Lust habt, bei der Hanfparade mit anzufassen, schaut auf unserer Webseite www.hanfparade.de vorbei oder meldet euch bei „Hanfparade Helping Hands“ an. Dort gibt es bald Informationen darüber, wie, wo und wann ihr uns helfen könnt. Vielen Dank im Voraus!

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Das neue Team der Hanfparade

Nach der Hanfparade ist vor der Hanfparade. Deswegen haben wir uns im Anschluss an die vergangene Hanfparade zusammengefunden und bereits einige große Schritte in Richtung Hanfparade 2017 unternommen. Das Organisationsteam der Hanfparade tagt wöchentlich im Hanf Museum Berlin, immer dienstags ab 19 Uhr. Das Konzept wurde erarbeitet, Datum und Motto festgelegt, die Demo angemeldet, und es gibt auch schon die ersten Entwürfe für Plakate, Flyer und Aufkleber. Wenn ihr Vorschläge habt, sendet sie uns gerne zu unter info@hanfparade.de. Das Motto lautet: „Breiter kommen wir weiter!“

Wie jedes Jahr besuchten wir andere Hanf-Großveranstaltungen wie die Cultiva in Wien oder das Cannafest in Prag. Dort pflegten wir Kontakte, trafen Sponsoren und machten selbstverständlich kräftig Werbung für Hanfparade und Hanfmuseum in Berlin. Erste Sponsoren haben bereits Verträge mit uns abgeschlossen, weitere haben ihre Unterstützung zugesagt. Weil das aber noch nicht reicht, um die Hanfparade 2017 auszurichten, arbeiten wir fleißig weiter. Unterstützung erhielten wir von ExessivTV, Hanfjournal und Monsterbud, die uns bei der Betreuung des Messestandes halfen. Dort könnt ihr in Kürze Beiträge über uns sehen.

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Das Motto „Breiter kommen wir weiter!“

Das mehrdeutige Motto „Breiter kommen wir weiter!“ haben wir ganz bewusst gewählt, denn für uns bedeutet es unter anderem: breite Vernetzung in der Szene, breites Interesse der europäischen Bevölkerung, Verbreitung von echtem Wissen über Hanf und seinem breiten Spektrum an Verwendungsmöglichkeiten, breite Verteilung von Aufgaben, die für die Hanfparade erledigt werden müssen, breites politisches Interesse, breites Interesse von privaten und öffentlich-rechtlichen Medien, ein freier Zugang zu einer breiten Sortenvielfalt, ein immer breiter werdendes Netz von Geschäftsbeziehungen, ein breites Feld an Arbeitsmöglichkeiten und spätestens auch damit eine „breite Masse“, die von einer Legalisierung profitiert, egal ob sie Produkte aus Hanf nutzt oder nicht. Wir finden es außerordentlich wichtig, das Cannabisverbot in der öffentlichen Diskussion zu etablieren und zu verdeutlichen, dass es nicht die Hanfpflanze ist, die zu Problemen führt, sondern eine Drogenpolitik, deren letzter Strohhalm der Fakt ist, dass Cannabis nicht legalisiert werden kann, weil es ja verboten ist.

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Unsere Forderungen

Genussmittel legalisieren – Freiheit besteht in der Möglichkeit, alles zu tun, was keinem anderen schadet: Dieses Grundrecht eines jeden Menschen darf nur dort begrenzt werden, wo es Rechte anderer Menschen beeinträchtigt.

Der Genuss von Marihuana oder Haschisch schadet anderen Menschen nicht. Die Wissenschaft ist sich längst sicher: Vom Cannabiskonsum gehen weniger Risiken aus als vom Konsum der legalen Drogen Alkohol und Nikotin. Dennoch hält die Politik am Hanfverbot durch das Betäubungsmittelgesetz (BtMG) fest. Das will die Hanfparade ändern!

Cannabismedizin ermöglichen – Die Hanfparade kämpft für das Recht eines jeden Menschen, die Mittel zur Erhaltung seiner Gesundheit frei wählen zu dürfen. Cannabis war jahrtausendelang weltweit eine der am meisten verwendeten Medizinalpflanzen. Der Krieg gegen die Drogen machte dem quasi über Nacht ein Ende. Die Hanfparade unterstützt ÄrztInnen und PatientInnen bei ihren Bemühungen, den Zugang zur natürlichen Medizin Hanf zu erleichtern.

Diskriminierung der Hanfpflanze beenden – Gerechtigkeit bedeutet, Gleiches gleich zu behandeln. Das BtMG ist eine Rechtsnorm, die Teile der Gesellschaft diskriminiert (z.B. Hanfbauern) und andere bevorzugt (z.B. Weinbauern). Es ist ungerecht, dass Cannabis, die wohl nützlichste Pflanze der Welt, in Deutschland hinter bürokratischen Hürden verborgen ein Nischendasein fristet. Die Hanfparade will der Öffentlichkeit die vielfältigen Möglichkeiten des Rohstoffs Cannabis vor Augen führen.

Wir gehen für die Aufhebung der Cannabisprohibition auf die Straße – für mehr Transparenz, Information und Aufklärung – für Hanf als Rohstoff, Medizin und Genussmittel – für Freiheit, Gesundheit und Gerechtigkeit!