Bekifft zwischen den Sternen

Viele von euch wissen aus Erfahrung, dass ein gut gemachter Space Cake uns leicht ins Universum befördern kann – was der Name ja auch andeutet. Aber was passiert, wenn wir im Universum, beispielsweise auf einer Marsexpedition, wirklich ein wenig von unserem Lieblings-Indica rauchen? Eine namhafte Forschergruppe arbeitet daran, so schnell wie möglich die Antwort auf diese Frage zu finden. Warum die Wissenschaft sich mit dem Kiffen im Weltraum beschäftigt, erklärt der aus Ungarn stammende Forschungsleiter der Stanford University, Dr. Iván Soltész: „Jetzt lachen wir noch darüber, aber auf dem langen Weg zum Mars ist der Konsum von Cannabis zum Freizeitvergnügen oder aus medizinischen Gründen eine strittige Frage. Ich bin der Meinung, dass die Angelegenheit hohe Wichtigkeit hat.“ Soltész’ Gedankengang leuchtet ein, wenn wir daran denken, dass sich schon auf einem zweistündigen Flug die Stewardessen bemühen, uns mit Alkohol vollzupumpen. Warum sollte sich auf einer Reise von mehreren Monaten oder Jahren nicht die Frage nach Cannabiskonsum stellen, besonders wenn MarihuanatherapiepatientInnen an Bord sind?

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Die wissenschaftliche Fragestellung nach dem Konsum im Universum rankt sich um die energiereichen Protonen, die mit ihrer Strahlung die Reizaufnahme des Gehirns beeinflussen. Ungarische, amerikanische und chinesische ForscherInnen beobachteten bei Experimenten an Mäusen, dass die Strahlung im Weltraum die innere Kommunikationsstruktur des Gehirns beeinflusst, und zwar das Endocannabinoidsystem, auf das auch die Bestandteile des Cannabis einwirken. Es stellt sich die Frage, ob das Experiment auch auf den Menschen übertragbar ist. Die ForscherInnen erwarten sich von der Analyse die Entdeckung von Methoden, die die von der kosmischen Strahlung ausgelösten Veränderungen auszugleichen vermögen.

Das Projekt weist weit über den Cannabisgebrauch hinaus, denn das Endocannabinoidsystem spielt eine lebenswichtige Rolle in zahlreichen physiologischen Prozessen und bei der Gesunderhaltung. Bei Mäusen führte die Strahlung zu Veränderungen an den CB1-Rezeptoren, die unter anderem beim Schutz der Hirnzellen gegen Entzündungen eine Rolle spielen, aber auch die Prophylaxe gegen Gedächtnisverlust unterstützen und für die geeignete Umsetzung der Lernfähigkeit sorgen.