Autismus und Cannabidiol

ISRAEL-HEALTH-MARIJUANA-LIFESTYLEVon den Vorzügen des Cannabis in der Autismusbehandlung wird viel geredet, doch gibt es noch keinen wissenschaftlichen Beleg dafür. In Israel unternimmt man nun ernsthafte Schritte zur medizinischen Anwendung der Pflanze. In der ersten Untersuchung ihrer Art wird ein Kinderarzt prüfen, ob Cannabis AutistInnen helfen kann. Dr. Adi Eran, Leiter der Abteilung für pädiatrische Neurologie am Jerusalemer Gesundheitszentrum Shaare Zedek, wartet auf eine ministerielle Genehmigung, um an 120 PatientInnen mit leichten und mittleren sozialen Anpassungsschwierigkeiten die Wirkung der Heilpflanze zu testen. Ihr Lebensalter wird zwischen vier und 30 Jahren liegen. Obwohl viele unwissenschaftliche Berichte über Erfolge bei der Anwendung des psychoaktiven THC sprechen, wird Eran das nicht psychoaktive Cannabidiol untersuchen und sich auf Verhaltenssymptome konzentrieren. Aggressives Verhalten und akute Angststörungen werden die ausschlaggebenden Faktoren in der Untersuchung sein. Obwohl in einigen Staaten therapeutisches Cannabis schon zur Behandlung von Autismus zugelassen ist, werden klinische Untersuchungen an Menschen einen bedeutsamen Schritt für die Verifikation der Cannabisbehandlung bedeuten. Obwohl die meisten Informationen über Cannabis und Autismus nicht wissenschaftlich fundiert sind, gibt es einigen Grund anzunehmen, dass die Heilpflanze therapeutisches Potenzial besitzt. In Israel können epileptische Kinder medizinisches Cannabis verschrieben bekommen; 30 % der autistischen Kinder leiden auch unter Epilepsie. Die israelischen ForscherInnen haben entdeckt, dass sich die Verhaltenssymptome bei epileptischen und autistischen Kindern abmildern lassen, wenn sie mit therapeutischem Cannabis behandelt werden. Zudem belegen Untersuchungen auf Zellebene und an Tieren diese Erfolge. Schon 2013 hatten die ForscherInnen um Dr. Eran beschlossen, gegen die Störung im Immunsystem der autistischen Kinder vorzugehen. In diesem Zusammenhang scheint das Cannabis sehr wohl über ein Potenzial zu verfügen, da die Heilpflanze die hyperaktive Immunantwort dämpft.