Auch Spitzensportler dürfen es rauchen

Seit langem bietet die Frage, ob der Hauptwirkstoff des Marihuana, das THC, auf der Liste der verbotenen leistungssteigernden Mittel zu finden ist, Stoff für heiße Diskussionen. Dabei sollte man bei den meisten Sportarten gar nicht meinen, dass ein bisschen Paffen vor dem Wettkampf die Leistung des Sportlers positiv beeinflussen würde. Der Vorsitzende des Internationale Antidoping Verbands (WADA) schließt dies jedoch nicht aus.

Der Leiter des Weltverbandes, John Fahey, ist der Meinung, dass ein Cannabisverbot nur bei solchen Sportarten begründet wäre, wo es nachweislich die Leistung der Sportler steigern kann. Die WADA untersucht jedes Jahr die auf der Liste aufgeführten Mittel, denn sie müssen zwei oder drei Kriterien erfüllen: sie müssen eine nachweisbar leistungssteigernde Wirkung haben, sowie/oder die sportliche Mentalität oder die Gesundheit des Sportlers insgesamt in Gefahr bringen. Viele Leute sind der Meinung, dass Marihuana diese Kriterien erfüllen könnte, da es bei Sportarten, für die eine ruhige Hand benötigt wird – zum Beispiel beim Schießen und beim Golf – den Konsumenten durchaus Vorteile zu bieten hat. Andere sind davon überzeugt, dass die Kriterien neu formuliert und lebensnäher dargestellt werden müssten, denn Cannabis wird schließlich in der Regel nur zur Entspannung genommen. Unter anderem bei der Australischen Football-Liga (AFL) wies die WADA besonders darauf hin, dass insbesondere beim Fußball anderen Betrugsmethoden eine wesentlich bedeutendere Rolle zukäme als dem Marihuana. Fahey schlug daher der AFL vor, beim Antidopingverband eine erneute Untersuchung einleiten zu lassen, die diesmal wahrscheinlich zu einem positiven Ergebnis kommen würde. Er wies darauf hin, dass es Mittel gäbe, die nur im Zusammenhang mit einigen Sportarten verboten seien, für andere jedoch nicht, und dass er keinerlei Hindernisse dafür sähe, dass auch für Cannabis diese Spezialregelung angewandt würde. Bisher sehen die Bestimmungen vor, dass diejenigen Sportler, in deren Blut am Tage des Wettkampfes THC nachgewiesen wird, für bis zu zwei Jahre vom Wettkampfsport ausgeschlossen werden könnten, allerdings bekommen sie in der Praxis meist nur ein dreimonatige Zwangspause oder eine Verwarnung. Jedenfalls müssen sich die aus-tralischen Footballer und alle anderen Sportler, die Marihuana für die Entspannungspausen benutzen wollen, noch ein wenig gedulden, denn die nächste Liste der WADA, die die ersehnte Änderung enthalten könnte, wird erst im November 2013 in Kraft treten.

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