Atomical Haze (feminisiert)

So schön verstrahlt…

Nach dem großen Erfolg der Sorte Delahaze wollte Züchter Luc von Paradise Seeds eine weitere herausragende Haze-Sorte kreieren. Dabei war es sein Ziel, eine wahre “Haze-Bombe” zu entwickeln, was ihn an den Namen Atomical Haze denken ließ. Das alles fand vor der Fukushima-Katastrophe statt.

Danach befragt, ob er möglicherweise nach diesem schlimmen Unglück daran dachte, den Namen in etwas Nicht-Atomares zu ändern, antwortete Luc: “Nein, habe ich nicht! Der Sortenname Atomical Haze bezieht sich in einem positiven Sinne auf sehr starke Kraft, er steht im Zeichen von Freude und Glücksgefühlen, das hat mit etwas Negativem nichts zu tun, nichts mit Katastrophen, sondern mit etwas mächtig Starkem, das aus etwas sehr Kleinem entsteht. Die Kraft eines Atoms an sich ist positiv und das ganze Universum besteht schließlich aus Atomen, sie sind schlussendlich nichts anderes als kosmische Bausteine!”


Atomical Haze, nur als feminisiertes Saatgut erhältlich, erschien Ende 2010 auf dem Markt und erregte schnell das Interesse von The Doc, der zwei spezielle Cannabis-Vorlieben hat: Kush und Haze. Er saugt neue Sorten auf diesen Gebieten wie ein Schwamm auf und versucht, sie so schnell wie möglich an den Start zu bringen. Mit Paradise-Sorten hat er stets exzellente Erfahrungen gemacht und erwartete, dass sich auch Atomical Haze als Spitzensorte erweisen würde. Sie ist eine exotische 80:20 Sativa/Indica-Hybride, die aus drei genetischen Komponenten besteht: Original Haze x Indian Sativa x Afghani Indica. Luc berichtet: “Das Ergebnis ist in jeder Hinsicht umwerfend und von höchster Güte, dank einer glücklichen Genkombination. Die Atomical Haze-Pflanzen können recht hoch werden, aber nicht so hoch und auch nicht so endlos blühend wie eine klassische Haze. Sie sind gut proportioniert und bilden mittelgroße Blätter und große Buds, die sich zahlreich an den vielen Zweigen befinden. Das Ernten ist, als wenn man Früchte von einem Baum pflückt, genauso einfach. Die Sativa/Haze-Genetik ist in dieser Kreuzung dominant. Sie verleiht den Pflanzen einen Geruch und Geschmack der allerhöchsten Kategorie. Beim Inhalieren ist der Geschmack typisch süß-sauer, dem Geschmack von Kiwis ähnelnd, mit einem feinen Haze-Nachgeschmack, der nach dem Ausatmen auf der Zunge verbleibt. Man sollte die Pflanzen von Beginn an der Blütephase aussetzen. Wenn man sie aber erst vegetativ wachsen lässt, kann man weniger, aber dafür größere Pflanzen kultivieren und mit Herunterbinden höhenmäßig in den Griff kriegen. Das stark erhebende High hält Dich lange wach, es ist also allgemein eher für tagsüber geeignet. Atomical Haze lässt Dich fröhlich pfeifen und Du hörst gar nicht mehr auf damit.”

Mit einer Blütezeit von nur neun Wochen gehört Atomical Haze zu den Schnellblühern unter den Haze-Sorten. Unter natürlichem Licht erreicht sie (in nördlichen Breitengraden) gegen Ende Oktober die Reife. Für eine Indoor-Kultur mit Atomical Haze empfiehlt Luc Folgendes: Für eine normale Endhöhe sollte man die Pflanzen direkt nach der Keimung in Blüte schicken. Oder aber – wenn man sie zunächst eine Weile vegetativ wachsen lässt – weniger, aber dafür größere Pflanzen in größeren Töpfen kultivieren. Dann ist es auch sinnvoll, die Pflanzen im Verlaufe der Kultur herunterzubinden, damit sie flacher und kompakter wachsen. Der THC-Gehalt von Atomical Haze beträgt zwischen 15-18%. Indoors soll sie Erträge von bis zu 450 Gramm pro Quadratmeter leisten können und outdoors sogar bis zu 700 Gramm pro Pflanze, sie ist also auch eine sehr ertragsstarke Sorte.

The Doc setzte ein 5er-Päckchen mit feminisierten Atomical Haze-Samen zur Keimung an. In weniger als drei Tagen erreichten die fünf Keimlinge die Oberfläche der Jiffy Pots. Eine durchgängig dermaßen schnelle Keimung hatte The Doc bis dato nur selten erlebt. Er folgte der Empfehlung von Luc, die Blüte sehr früh einzuleiten, ließ aber zumindest eine Wachstumswoche nach der Keimung verstreichen, bevor er durch Umstellung der Lichtperiode von 18/6 auf 12/12 die Blüte einleitete. In dieser einen vegetativen Woche wurden die Sämlinge mit zwei TLC-150-Lampen beleuchtet. Mit Beginn der Blütephase pflanzte The Doc die fünf Plants in 11-Liter-Töpfe um, befüllt mit Plagron Standard Mix-Erde, und stellte sie in den Blüteraum, der mit zwei GIB-Lighting 600 W HPS und einer 400 W Osram Son-T Plus HPS bestückt war. In diesem Raum befanden sich bereits Pflanzen zweier Indica-Sorten, die schon einige Wochen vegetativ gewachsen waren. Nach einer Woche in der Blüte zeigten alle fünf Atomical Haze-Pflanzen ein sehr kompaktes und einheitliches Wachstum. Eine Woche später waren sie ungefähr 10 cm hoch, bei fünf bis sechs Internodien. The Doc berichtet: “Sehr hübsche Pflanzen mit hellgrünen Blättern. Die ersten echten Laubblätter sind sehr groß, und es gibt schon etliche Seitenverzweigungsansätze. Zwei der Plants haben etwas breitere Blätter als die anderen. Es ist noch keine Vorblüte erkennbar, was mich einmal mehr in dem Glauben bestätigt, dass Cannabispflanzen in den ersten zwei bis drei Wochen ihres Lebens eine natürliche Blüteblockade haben, um die Erzielung einer gewissen Mindestgröße zu gewährleisten.”

Drei Wochen nach Einleitung der Blüte jedoch zeigten sich die ersten weiblichen Vorblüten und die Pflanzen streckten sich nun deutlich und verstärkten ihr Seitenverzweigungswachstum. Zu diesem Zeitpunkt maßen die fünf Plants 15-20 cm und wuchsen noch sehr einheitlich. Nach vier Blütewochen notierte The Doc: “Wow, innerhalb von einer Woche haben die Pflanzen ihre Höhe nun verdoppeln können, sie sind nun 35-50 cm hoch! Es hat sich herausgestellt, dass es wohl zwei leicht verschiedene Phänotypen geben wird: Drei der Plants sind eindeutig auf der Sativa-Seite angesiedelt, während die anderen beiden auch einen gewissen Indica-Touch aufweisen – sie wachsen etwas flacher und kompakter als der reine Sativa-Phänotyp und haben breitere Blätter.”

Als fünf Blütewochen ins Land gegangen waren, konnte The Doc an den fünf Pflanzen die ersten knubbeligen Blütenröschen entlang der Zweige sehen. Die drei Pflanzen vom Sativa-Phäno streckten sich weiterhin stark und waren nun bei einer Höhe von 90-100 cm angelangt, die anderen beiden bei 60-70 cm. Eine Woche später berichtete The Doc: “Die Blüte hat nun voll eingesetzt, die Buds sind emsig dabei, an Größe und Gewicht zuzulegen. Der Streckungseffekt scheint in naher Zukunft zum Erliegen zu kommen. Ich vermute, dass die offizielle Blütedauer von neun Wochen überschritten wird, aber wenn dies so sein wird, liegt es an der erwähnten Blüteblockade in den ersten Wochen unter 12/12. Ich habe einige der großen Laubblätter entfernt, um auch den mittleren und unteren Zweigen und Buds einen guten Zugang zum Licht zu verschaffen und ihre Blüte anzuspornen.”

Nach sieben Blütewochen hatten die fünf Plants bereits zahlreiche kompakte Buds gebildet, inklusive sehr stattlicher Top-Colas, deren Länge und Harzigkeit sich absolut hitverdächtig entwickelte. An den Blütenkelchen und auch Blütenblättern hatten sich schon jede Menge glitzernder Harzdrüsen gebildet, die einen starken süß-fruchtigen, aber auch leicht hazigen Duft verbreiteten. Die Pflanzen maßen nun zwischen 80-125 cm, und der Streckungseffekt war offenkundig zum Erliegen gekommen. Eine Woche später vermeldete The Doc: “Die Pflanzen sehen nun schon sehr attraktiv aus, aber ich glaube, dass sie wenigstens noch zwei Wochen blühen werden bis zur Reife, es sind noch nicht sonderlich viele Narben verwelkt, die Blüte hält noch sehr stark an momentan.” Als neun Blütewochen vorüber waren, fuhr er fort: “Jetzt hat sich das Tempo der Narbenwelke deutlich erhöht, bei den meisten Pflanzen ist etwas mehr als die Hälfte der Narben bräunlich-orange verwelkt. Es ist sehr eindrucksvoll, wie fett und dicht die Atomical Haze-Buds mittlerweile geworden sind, ich richte mich auf einen hohen Blütenertrag ein. Aber es wird noch mindestens eine Woche bis zur Ernte dauern, bei einigen Pflanzen wohl auch noch etwas länger. Man muss bei solch großen und dichten Buds übrigens besonders gut aufpassen in Sachen ausreichender Belüftung und niedriger Luftfeuchtigkeit, ansonsten droht Schimmelgefahr.”

Die beiden Pflanzen des Phänos mit leichten Indica-Ansätzen, deutlich kürzer gewachsen und mit einem etwas geringeren Blüten/Blätter-Verhältnis (das aber immer noch hoch und attraktiv war), konnte The Doc nach zehn Blütewochen ernten. Die anderen drei folgten fünf Tage später, also nach 75 Blütetagen. Alle fünf Pflanzen waren am Ende wie erwartet äußerst harzig geworden (“wie eigentlich alle Sorten von Paradise Seeds, die ich in den letzten zehn Jahren angebaut habe”, merkte The Doc an) und hatten ein hochintensives, extrem süßes und fruchtiges Aroma produziert, dem jene gewisse leichte Haze-Note bis zum Schluss der Kultur erhalten geblieben war. Auch hatten die Atomical Haze-Plants keine einzige männliche Blüte hervorgebracht, den Femi-Test also tadellos bestanden. Nachdem er all jene voluminösen, dicht-harten und harztriefenden Buds geerntet hatte, unterzog The Doc sie seiner üblichen gut dreiwöchigen Trocknungsprozedur inkl. leichter Fermentation zur Aromavollendung. Dann stand wieder eines der beliebtesten Rituale beim Growing an: das Wiegen der getrockneten Buds. Das prächtige Ergebnis war ein Gesamtertrag von 358 Gramm, was einem Durchschnittsertrag pro Pflanze von 71,6 g entspricht und für eine Mostly Sativa-Sorte, die fast direkt nach der Keimung in Blüte geschickt wurde, nach Meinung des Docs eine großartige Leistung war. Er dachte allerdings, dass es in seinem Fall, mit seinem recht hohen und äußerst intensiv beleuchteten Grow-Raum, besser gewesen wäre, sie noch ca. zwei Wochen länger in der vegetativen Phase zu belassen, dann wären sie insgesamt größer geworden und hätten leicht einen dreistelligen Durchschnittsertrag abgeworfen, schätzte er.

Das High der Atomical Haze nahm im Sturm vollständig Besitz von The Doc und lieferte ihm ein weiteres fantastisches Erlebnis mächtiger Sativa-Power gepaart mit einem exquisiten Geschmack. “Der Turn kam über mich wie ein Schnellzug und bewirkte super-kribbelige Vibrationen sowohl im Kopf als auch Körper. Es war ein kristallklares, stark stimulierendes Sativa Up-High, das für Stunden auf hohem Level performte. Wenn ich auf einer Party gewesen wäre, hätte ich wohl leicht meinen Rekord im Dauertanzen brechen können!”, berichtete The Doc. Die Buds der Pflanzen vom Phäno mit etwas Indica-Einschlag lieferten ebenfalls ein extrem potentes, in der Wirkungsweise aber komplexeres High mit ähnlich stark pulsierendem, anregendem Sativa Body-Flash, gleichzeitig aber auch einem gepflegten, wattig dämpfenden Indica-Stone im Kopf, was er anfangs als etwas irritierend empfand: The Doc fühlte sich ganz schön “verstrahlt” – ein Gefühl, das zum radioaktiven Sortennamen Atomical Haze natürlich sehr gut passte… aber bald, als er sich daran gewöhnt hatte, auf viel Gegenliebe beim Doc stieß. Er begrüßte es, dass ihm Atomical Haze zwei solch hochwertige Phänotypen geliefert hatte und genoss deren variierendes High. Der Geschmack war bei allen fünf Pflanzen indessen mehr oder weniger gleich, vordergründig sehr süß und fruchtig, aber auch mit leicht säuerlichem Unterton und einer im Mund verbleibenden feinen Haze-Note nach dem Ausatmen des Rauches.